Hier ist die Übersetzung dieses Videos: http://www.youtube.com/watch?v=YE9Wc2aNEeI. Das Video wird von meiner Schwester Michelle Handy vorbereitet und ist auf meinem YT-Kanal am 24.02.13 zur NEDAweek 2013 hochgeladen. Die Grammatik der Übersetzung muss nicht korrigiert werden. -Maria.

Diät vs. Essstörung

Aus dem Amerikanischen von Maria Athena.

Die Vorstellung, dass Essstörungen einfach “ungesunde” Diäten sind, wird allzu häufig für wahr gehalten. Aber inwiefern kann diese Vorstellung für wahr gehalten werden? Ist es wahrscheinlicher, dass man eine Essstörung entwickelt, wenn man immer wie besessen Diät macht? Muss man erst mal Diäten gemacht haben, um eine Essstörung zu entwickeln?

Betroffene können nicht alle miteinander verglichen werden, um diese Fragen zu antworten. Ich habe bei mehreren Essgestörten, deren Namen in dieser Präsentation verändert worden sind, um ihre Privatsphäre zu schutzen, nach ihren Kämpfen gegen unterschiedliche Essstörungen gefragt. Die Übereinstimmung ist follgendermaßen: Diäten können sich zu einer Essstörung entwickeln, aber nicht immer. Wie Kristina (19): “Hätte ich gewollt, mich zu verhungern, um dünn zu sein, hätte ich mich nie verhungert. Ich bin schon seit immer dünn gewesen.”

Heute beschäftigen wir uns mit den Unterschieden zwischen Diät und Essstörung; im Besonderen konzentrieren wir uns auf die Isolation, Mentalität, Essgewohnheiten und Verhalten, die Essstörungen kennzeichnen.

Wann zieht einen Trennenungsstrich zwischen Diät und Essstörung? Egal ob Anorexia Nervosa, Bulimia Nervosa, EDNOS (Eating Disorder Not Otherwise Specified) oder Binge-Eating-Störung, Essstörungen sind mit großem Zeitaufwand verbunden. Sie haben kein End. Hätte die Auswirkungen der Symptomen sich aufgehört, erst der Betroffene sein Ziel erreicht hätte, dann gäbe es keine Essstörungen. Idealgewicht wiegend kann eine Essstörung nicht verändern, denn eine Essstörung hat paradoxerweise nichts mit Essen oder Gewicht zu tun.

Laut Demi Lovato, abjagend von Bulimia Nervosa, in ihrem Dokumentarfilm “Stay Strong”: “Das ist was bei Essstörungen problematisch ist: man kann nie genug davon haben. Ich meine, man könnte ‘all the weight in the world’ abnehmen, und würde immer noch Krank im Kopf bleiben. Meinetwegen ist es immer eine Obsession des Geistes gewesen.” Essstörungen sind von Diäten zu unterscheiden, denn sie sind durch und durch die Copingstrategie essgestörter Individuen, wenn auch verzerrt.

Rachel (22) erzählte mir über die Kausalität ihrer Bulimie. Erst nach einem “Biggest Loser” Wettbewerb bei der Universität fing Rachel an, sich zu trainieren und auf ihre Diät aufzupassen. Dies hat sich im Laufe der Zeit radikal verändert. Rachel hörte auf, mit Freunden herumzuhängen und vertieft sich in die Störung. Sie war einmal nach dem Abendessen nicht mit einer Freundin ins Kino gegangen, um sich, stattdessen, zu tranieren; ihrer Freundin gab sie die Entschuldigung: “Ich muss es [Training] machen.” Rachel konnte wegen ihrer Gewichtsabnahme und Störung nicht im Alltag wirken, und musste dann in die Behandlung. Sie vertieft sich in die Symptome, bzw. im Kreis von Fressen, Erbrechen und Fasten. Sie konnte nicht mehr im Sozialleben wie normal mitmachen. Laut Rachel: “Es war kein Diät mehr; es wurde zu meiner höchsten Priorität.”

Auch sagte Anne (18), sie würde “alles für die Störung tun.” Jetzt von EDNOS abjagend hatte sie sich ehemals 3 Stunden pro Tag mit Hilfe eines Hula-Hoop-Reifen traniert; sie machte immer weiter, obwohl sie dabei sich die Hüften prellte. So wie Rachael, meinte Anne: “Ich musste es tun.”

Die offensichtlichste Bezeichnung einer Essstörung ist Isolation oder die Distanzierung von Alltagstätigkeiten, um sich in essgestörte Symptome zu vertiefern. Ein Diät wird zur Störung, gemäß Brittney: “Erst wann man das Gefühl hat, dass man seine Verhalten, Aktivitäten, usw. verheimlichen soll.”

Das Verlangen, sich in die Symptomen zu vertiefern, setzt sich über das Verlangen nach Essen hinweg.

Diät haltend kann oft auf gesunde Weise zur Gewichtsabnahme führen. Ein Diäthalter wird aber sein Diät verändern, brächte es seine Gesundheit in Gefahr; Individuen mit Essstörungen würden so was allzuoft nicht machen.

Die Individuen, die ich interviewt habe, egal unter welchen Störung sie leiden, haben alle genau diese Meinung von “Ich musste es machen” beschrieben. Claire (17), abjagend von Anorexia Nervosa, sagte: “Ich habe echt merkwürdige Sachen gemacht. Man fragte: ‘Warum machst du das?’ Und du hast aber keine Antwort. Ich hatte selbst keine Ahnung, warum ich das alles machte: warum ich Milch in die Stiefel goss, warum ich immer Kiwis in die Tasche einsteckte. Ich hatte keine Ahnung, warum ich meine Nährungsergänzungsmittel in den Blumentopf oder in das Abflussrohr goss, warum ich den Unterricht schwänzt, um mich in die Symptome zu vertiefern. Ich habe zu viel Zeit auf meine Störung und deren Lügen verwendet.”

Dies ist der Unterschied zwischen Diät und Essstörung: Das Individuum macht ohne Grund immer weiter. Beth Bollinger schreibt “Hauptsache ist, dass diese Patiennten meinen, sie könnten ihre Welt, bzw. ihr Leben, kontrollieren, erst aber durch Beherrschung der Nahrungsaufnahme (The Gale Encyclopedia of Mental Disorders).

Essstörungen sind Copingstrategien zur Beherrschung des chaotischen Lebens. Die Verhalten und Aktivitäten der Essgestörten scheinen zu den Nicht-Essgestörten oft völlig unlogisch. Claire goss oft Milch in die Steifen, um es nicht trinken zu müssen; auch warf sie Essen aus dem Fenster, um es nicht essen zu müssen. Anne und Kristina gaben zu, sie hätten sich oft die Hände nicht mit Seife waschen lassen, denn sie hätten von nicht existierenden Seifen-Kalorien Angst; sie meinten, die Seife könnte in ihren Haut einsickern, und dass sie davon fett werden würden. Wenn man auf solche Ritualien und Bezeichnungen aufpassen würde, könnte man ofter Essstörungen merken. Essgestörte tun oft, als ob sie essen würden: sie spielen mit dem Essen, zerkleinern das Essen, rennen sofort nach der Mahlzeit zur Toilette oder reden viel (statt Essen) am Tisch.

Essgestörte treiben sich auch oft bis zum Äußersten. Individuen mit Essstörungen sind oft von der Natur aus Perfektionisten und können sich aber wegen der Störung oft nicht mehr vernünftig handeln. Gemäß Marya Hornbacher über die “Extremes” der Essgestörten: “Denk mal daran: Leute mit Essstörungen haben die Tendenz, kompetitiv und intelligent zu sein. Wir sind unglaublich perfektionistisch. Wir glänzen in der Schule, in der Athletik und in künstlerischer Beschäftigungen. Wir haben auch die Tendenz, spontan aufzugeben. Wir weigern uns, in die Schule zu gehen. Wir abbrechen die Schule. Wir kündigen die Arbeit. Wir verlassen unsere Lovers. Wir ziehen uns um. Wir verlieren unser Geld.”

Diäthalter und Essgestörte können glechseitig dünn sein wollen, aber zu den Essgestörten geht es darüber hinaus. Essgestörte müssen immer das Beste sein. Obwohl sie sich aber oft freiwillig anmelden, arbeiten, mitmachen und lernen, würden sie oft alles verlassen, um sich in die Störung zu vertiefern. Anne gab das Schultheatre auf, um ofter Fressen und Erbrechen zu können. Kristina hörte nach 7 Jahren Cheerleading auf, um sich zu verhungern. Danielle wach um 2 Uhr morgens auf, um sich zu tranieren.

Falls du glaubst, dass du oder ein(e) Freund(in) eine Essstörung hast/hat, rede mit jemandem. Wenn du ein Diät machen willst, geh erst zum Arzt hin. Laut des Themas NEDAwareness 2013: “Jeder kennt irgendjemanden.” Pass auf die Symptome auf. Nimm kein Blatt vor den Mund.